Zwei Lösungsmodelle zur Regulierung von Cannabis werden oft in die Diskussion geworfen, wenn es um dessen (Teil) Legalisierung geht. Der niederländische Coffeeshop Ansatz und die Cannabis Social Clubs aus Spanien.  Wenden wir uns in dieser Artikelserie zuerst den Cannabis Social Clubs und erklären den Ansatz und Vor und Nachteile dieses Modells zu Legalisierung von Cannabis in Europa.

1. Was ist ein CANNABIS SOCIAL CLUBS ?

Spanien gilt innerhalb Europa als ein Land, das in Sachen Cannabis-Politik sehr emanzipiert eingestellt ist. Dies bezeugen die seit 2006 zahlreichen entstandenen Cannabis Social Clubs. Barcelona gilt als Vorreiter in dieser Hinsicht. Schon alleine in Barcelona und Umgebung findet man mehrer hundert lizenzierte Clubs. 

In den Cannabisclubs haben sich Personen zusammen geschlossen, die gemeinsam Cannabis anbauen und diesen dann zum Selbstkostenpreis an die Vereinsmitglieder abgeben. Nur die Mitglieder haben Zugang zu den Anbauräumlichkeiten und zum Cannabis. In Spanien ist der Handel mit Cannabis verboten, der Besitz zum Eigenbedarf jedoch erlaubt.

Cannabis Social Clubs sind weder Läden noch Coffeeshops, sondern private Cannabisverbände. 

Google Suche nach dem Begriff "Cannabis Social Clubs in Barcelona"
Eine Google Suche nach den “cannabis social clubs in der Nähe von Barcelona, Spanien”

2. Wie funktioniert das Modell der spanischen Cannabis Social Clubs? 

Cannabispflanzen für den persönlichen Gebrauch anzubauen ist in Spanien in Grenzen legal. Dies wurde nun mit den Bestandteile des Vereinsrechts kombiniert und herausgekommen ist dabei der Cannabis Social Clubs die rechtlich regulierten Cannabis Konsum privat zulassen.

Dieser soll es Spaniern ermöglichen, sich zusammenzuschließen, einen Verein zu gründen und  auch gemeinsam Cannabis im Verein legal zu erwerben und anzubauen. Der Verein hat die Pflicht, den jeweiligen Cannabiskonsum jedes Mitglieds im Vorfeld zu ermitteln und dann die Menge an Cannabis im Verein anzubauen, die dem Gesamtbedarf entspricht.

Aber auch nicht mehr ! Es bleibt aber eine Straftat, Cannabis an Dritte weiterzugeben oder durch den Cannabis-Verkauf Gewinn zu erwirtschaften. Die Cannabis Social Clubs dürfen nicht auf Gewinnorientierung fixiert sein und nur Ihren Eigenbedarf decken. Auch ist der Konsum auf die (privaten) Vereinsräume begrenzt, gleiches gilt für den Anbau. Solange sich die Clubs in diesem definierten Rahmen bewegen, stehen sie fast vollständig unter der Schirmherrschaft der spanischen Gesetzgebung.

Die wichtigsten Punkte für einen spanischen Cannabis Social Clubs 

WERBUNG*

Spanische CANNABIS SOCIAL CLUBS  vs. Niederländische COFFEESHOPS 2021 1
  • Nur für Vereinsmitglieder und es muss ein privater Konsum / Vereinsrahmen sein. Es soll sich dabei um eine geschlossene Gruppe handeln – also keine Mitglieder aquise
  • Keine Gewinnorientierung
  • Konsum und Anbau nur in Vereinsräumen
  • Altersbegrenzung
  • Hanf aus EU/Qualität

3. Welche Probleme gibt es mit den Cannabis Social Clubs in Spanien?

Ab 2011 war dann aber Schluss mit so viel Harmonie. Die allzu flexible Handhabung und Auslegung der Vereinsregeln, sowie die zunehmende Größe solcher „privaten“ Vereine und der zunehmende Cannabis Tourismus, sorgten für Razzien und Verurteilungen in den Clubs Die Verfahren, durch den Obersten Spanischen Gerichts bestätigt waren für viele die Social Club Verurteilten sehr hart mit mehrjährige Gefängnisstrafen und 6-stellige Euro-Geldstrafen aus.

Das Höchste Gericht hat eine restriktive Interpretation der „Doctrina del consumo compartido“ dargelegt, die der Mehrheit der existierenden Clubs schwer zu schaffen macht. Hauptsächlich muss die Anzahl der Mitglieder reduziert und Dritten gegenüber nicht offen sein, d.h. limitiert und klein, was wortgetreu heißt, dass wenn einst der Verein konstituiert ist, er keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen darf. Weiteren Details wurden aber nicht vom Gericht festgelegt so dass man sich diese sich in eine Grauzone bewegen.

4. Erfahrungen mit den Cannabis Social Clubs

Die Erfahrungen der privaten Cannabisclubs  scheint zu sein, dass sie ein sicheres und transparentes Umfeld bieten und dank der Qualitätssicherung als eine Bezugsquelle mit einem geringeren Schadenspotenzial gelten. Zudem kann der meist soziale Konsum in den Clubs auch der Suchtprävention dienen.

5. Welche Regeln gibt es für die Gründung eines eine Cannabis Social Clubs?

ENCOD (European Coalition for Just and Effective Drug Policies), eine europäische Organisation für die Änderung der Drogengesetzgebung sieht in den spanischen Cannabisclubs ein Modell auch für andere Länder. Die ENCOD hat ein Regelwerk zur Umsetzung von Empfehlungen für solche Cannabis Social Clubs veröffentlich.

WERBUNG*

Spanische CANNABIS SOCIAL CLUBS  vs. Niederländische COFFEESHOPS 2021 2

Lesen Sie im nächsten Artikel was einen niederländischen Coffeeshop von dem Cannabis Social Clubs unterscheidet